Mit Ideen durch die Krise
2009 ist für die Weltwirtschaft kein einfaches Jahr. Vermutlich gilt für 2010 das Gleiche. Die Finanzkrise hat die Realwirtschaft erreicht. Aber wie reagiert die Musikwirtschaft auf die Herausforderungen der Zeit? Aufbruch und Innovationen führen dazu, dass die Musikwirtschaft sich neu erfindet.
Hier werden Entwicklungen vorgestellt, wie in der Musikwirtschaft trotz eines schwierigen Umfeldes neue Wege gegangen werden. Praktiker stellen hier neue Konzepte vor wie das Konzept der kreativen Quartiere, das bei der Infrastruktur der Kreativwirtschaft ansetzt. Es geht aber auch um die Notwendigkeit neuer musikwirtschaftlicher Veranstaltungsformate oder die konkrete Umsetzung des 360 Grad Modells.
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Lars Potyka
VUT
"Innovationen, Musikindustrie und Independents mit dem Schwerpunkt Ideen und Visionen als Geschäftsmodell"
Die Musikindustrie ist auf Innovationen angewiesen: Neue Künstler,neue Trends, neue Geschäftsmodelle, neue Märkte und dazu technische Innovationen, die nicht immer nur vorteilhaft sind.
Research and Development, Artist and Repertoire: Welche Bedeutung haben sie für die Musikindustrie und welche Rolle spielen die Kleinst- und mittelständischen Unternehmen in diesem Kontext - in guten wie in schlechten Zeiten?
Donnerstag, 24.09.2009, 14:00 - 15:30 Uhr
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Daniel Knöll
Bundesverband Musikindustrie e.V.
"Wege aus der Krise"
Die Musikindustrie hat mittlerweile erkannt, dass sie in Zukunft stärker als bisher an der gesamtenWertschöpfungskette von Musik partizipieren muss, wenn sie ihre zentrale Rolle im Musikgeschäft behalten will. Ob Künstler- oder Konzertmanagement, Merchandising und Vertrieb oder die Diversifikation in musiknahe Geschäftsfelder: Labels werden immer mehr zu Music-Entertainment-Companies und machen sich so unabhängiger vom klassischen Musikverkauf. Dennoch hat sich die Strategie der deutschen Musikfirmen, trotz kontinuierlichen Ausbaus der digitalen Angebote das klassischen CD-Geschäft nicht zu vernachlässigen, im internationalen Vergleich als richtig erwiesen.
Grundsätzlich gilt aber bei allen Strategien und Ideen, die die gesamte Kreativwirtschaft entwickelt, dass die ökonomische Basis der Kultur- und Kreativwirtschaft ein starkes Urheberrecht ist und bleibt. Wenn Komponisten und Textdichter sowie Künstler und Musikfirmen nicht mehr darüber entscheiden können, was mit ihrer kreativen Leistung beziehungsweise ihrem Produkt geschieht, wird der Musikwirtschaft die ökonomische Grundlage entzogen. Musik wird dann zur frei verfügbaren Ressource, an der sich jeder nach Gutdünken bedienen kann, ohne Urhebern, Künstlern und Produzenten eine faire Entlohnung zukommen zu lassen.
Donnerstag; 24.09.2009, 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr
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Kai Thomsen
CD Kaserne Celle gGmbH
"Wii killed the Rockstar!
Oder: Wer braucht eine Band ohne Publikum?
Über den langsamen Tod der Rock- und Popkonzertkultur"
Überall spricht man von der Notwendigkeit der Förderung von Pop- und Rockkonzerten. Aber sind Konzerte überhaupt noch zeitgemäß? Veranstaltern kleinerer und mittlerer Events bleibt mehr und mehr das Publikum aus. Wer interessiert sich heute noch für bisher unbekannte Bands und neue Künstler? Wer geht überhaupt noch in ein Konzert? Verbringen die Zielgruppen nicht lieber ihre Zeit an der Wii und Playstation, im Internet, vor dem Fernseher oder mit anderen Hobbies? Und wenn man einmal ausgeht, dann höchstens noch zu den großen Stars, dem altbekannten und bewährten kleinen Lokalhelden oder der Westernhagen-Coverband oder zum Comedian, den man letzte Woche noch bei Stefan Raab gesehen hat.
Wer aber braucht die Singer-/ Songwriter? Wer die unzähligen Bands der verschiedensten Stilrichtungen? Moderne Kommunikationsmittel werden eingesetzt, Guerillamarketingstrategien von Marketingdozenten gelehrt, Massenmails verschickt und die MySpace-Seiten gepflegt - doch größtenteils passiert das alles ohne nennenswerte Erfolge.
Kai Thomsen beleuchtet die aktuelle Situation des Rock- und Popkonzertes kritisch und fragt sich, ob die Veranstalter nicht schon längst neue Veranstaltungsformen hätten finden müssen.
Freitag, 25.09.2009, 10:00 - 11:00 Uhr
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Frank Lemloh
CQ Creative Quartiere und Marketing GmbH
"Das Konzept der kreativen Quartiere am Beispiel eines Hamburger Musikerzentrums"
Seit August 2008 entwickelt CQ creative Quartiere und Marketing mit niederländischen Partnern ein Musikerzentrum im Hamburger Stadtteil Barmbek-Süd. Frank Lemloh zeigt an diesem Beispiel das Konzept der Kreativen Quartiere und wie sie auf die Attraktivität einer Stadt und die Schaffung neuer wirtschaftlicher Potentiale wirken.
Freitag, 25.09.2009, 11:30 - 13:00 Uhr
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Carsten Roth
Hazelwood Music Production GmbH
"360 Grad - Ausweg oder im Kreis drehen?"
"Eine Indie-Szene gibt es nicht mehr", meint der Gründer des legendären Immergut-Festivals und sagt Goodbye, wie zahlreiche Bands, die sich mit dreistelligen Plattenverkäufen und zweistelligen Besucherzahlen bei Konzerten zufrieden geben müssen. Plattenkrise hin und her. "Live läuft", hört man von allen Seiten, dabei ist das weniger als die halbe Wahrheit. Web 2.0 hat die Musikwelt demokratischer, aber ebenso schnelllebiger gemacht. Das wirkt sich zusammen mit Studiensystem und Wirtschaftskrise auf den Musikmarkt aus. Und in einem Land, in dem U-Musik immer noch nicht als Kulturform anerkannt ist (wie beispielsweise in Dänemark oder Schweden) müssen Bands und Booker schauen, wie sie sich über Wasser halten. Das alte Boot "Musik" schippert durch stürmische Wellen. Mit welchen Ideen und Maßnahmen umschifft man die Klippen?
Hazelwood vereint unter einem Dach Tonstudio, Plattenfirma, Musikverlag, Promotion- und Booking Agentur. Das Frankfurter Kultlabel arbeitet seit fast 20 Jahren für internationale Künstler und konnte vor allem mit Mardi Gras.bb und King Kahn weltweit Erfolge feiern.
Freitag, 25.09.2009, 14:00 - 15:00 Uhr
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Klaus Boenisch
KBK Konzert- und Künstleragentur GmbH
"Bekenntnisse eines Tourneeveranstalters - Tagesgeschäft, Wirtschaftskrise, neue Wege"
In diesem Beitrag von Konzertveranstalter und Tournee-Booker Klaus Bönisch dreht sich zunächst alles um das Tagesgeschäft des Konzertveranstalters. Im Fokus stehen hier die klassischen Fragen, die jeder Konzertveranstalter beantworten muss, wenn er sich einem neuen Künstler zuwendet:
- Publikumserwartung - Wie viele Besucher werden kommen?
- Welches Publikum erwarten wir?
- Wie sehen zielgruppenaffines Marketing und die Promotion aus?
- Wie viele Konzerte?
- Welche Städte?
- Welche Clubs/Hallen?
- Welcher Eintrittskartenpreis?
- Wie sieht die langfristige Entwicklung aus?
- Wie können die Risiken minimiert werden?
- Welche Chancen können sich für ein Neugeschäft oder Mehrgeschäft ergeben?
Anschließend wird auf das 360 Grad Modell aus der Sicht eines Konzertveranstalters eingegangen.
Freitag, 25.09.2009, 15:30 - 17:00 Uhr




























